Haushaltshilfen

Haushaltshilfen im Privathaushalt


Wer eine Haushaltshilfe beschftigt, kann dies auf dreierlei Weise tun:

 

1. Minijobber mit einem Gehalt von maximal 450 Euro pro Monat

2. voll sozialversicherungspflichtige Beschftigung (Sonderfall: Midijob)

3. Beschftigung von Selbstndigen auf Rechnung

 

1. Minijob mit (im Regelfall) maximal 450 Euro pro Monat

 

Die Beschäftigung einer Haushaltshilfe kann auf der Basis eines Minijobs erfolgen. Voraussetzung ist, dass die Haushaltskraft im Durchschnitt nicht mehr als 450 Euro monatlich verdient.

 

Der Verwaltungsaufwand für einen Minijob hält sich in Grenzen

 

Neben dem Lohn zahlt der private Arbeitgeber insgesamt 14,44 Prozent pauschal an Abgaben. Diese können unbürokratisch mittels Haushaltscheckverfahren bei der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See abgeführt werden. Die dort angegliederte Minijob-Zentrale zieht automatisch die Pauschalabgaben zur Sozialversicherung ein. Angemeldet wird die Haushaltshilfe über sog. einen Haushaltsscheck, den der Arbeitgeber und die Haushaltshilfe unterschreiben müssen. Das Formular wird dann an die Minijobzentrale in 45115 Essen geschickt. Den Haushaltsscheck sowie hilfreiche Broschüren gibt es im Internet (www.minijob-zentrale.de) oder telefonisch seit dem 1. Juni 2013 gebührenfrei unter 0800-4555520.

 

Steuerliche Absetzbarkeit

 

Erfolgt die Bezahlung auf der Basis eines Minijobs mit bis zu 450 Euro monatlich, trägt das Finanzamt 20 Prozent der Kosten, maximal 510 Euro pro Jahr. So kostet der angemeldete Minijobber kaum mehr als eine nicht angemeldete Haushaltshilfe. Barzahlung ist für den Steuerabzug allerdings tabu – das Gehalt muss überwiesen werden, sonst ist der Steuervorteil futsch.


So sind es bei 450 Euro nach Abzug des Steuervorteils nur 22,48 Euro mehr, welche der Arbeitgeber aufzubringen hat, bei 300 Euro pro Monat nur 82 Cent und wer eine Haushaltshilfe nur selten in Anspruch nimmt, etwa 15 Stunden pro Monat à 15 Euro, ihr also im Monat 225 Euro zahlt, der zahlt sogar 10 Euro pro Monat weniger, spart also insgesamt 120 Euro im Jahr durch das Anmelden. Sehen Sie dazu die folgende Berechnung:

 

 

Haushaltshilfe mit Minijob

Schwarz beschäftigt

angemeldet

Arbeitslohn (225 Euro monatlich)

2700,00

2700,00

AG-Beitrag zur Krankenversicherung 5%

 

135,00

AG-Beitrag zur Rentenversicherung 5 %

 

135,00

Pauschale Lohnsteuer 2 %

 

54,00

Umlage Lohnfortzahlung (0,84%)

 

22,80

Unfallversicherung (1,6 %)

 

43,20

Gesamtkosten

2700,00

3.090,00

Steuerbonus (20 % der Kosten, maximal 510 Euro)

 

-510,00

Gesamtkosten nach Steuerbonus

2700,00

2.580,00

Gespart bei Anmeldung

 

120,00

 

Wer selber rechnen will, der kann dies mit diesem Rechner tun:

 

Haushaltsscheck-Rechner der Minijob-Zentrale


Bescheinigung für den Steuervorteil

 

Am Ende eines jeden Jahres schickt die Minijobzentrale automatisch eine Bescheinigung, mit der der Arbeitgeber seine Zahlungen steuerlich geltend machen kann.

 

Tipp: Bei dem Minijobgehalt von maximal 450 Euro muss es nicht bleiben. Minijobber können steuerfrei von ihrem Chef zusätzliche Gehaltsextras wie Benzingutscheine oder einen Zuschuss für den Kindergartenplatz des Nachwuchses kassieren. Der Chef kann außerdem steuer- und sozialabgabenfreie Zuschläge für Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit bezahlen – diese Zuschläge zählen bei der Prüfung, ob die 450 –Euro-Grenze eingehalten wurde, nicht mit.

 

Rentenversicherungspflicht bei Minijobs

 

Seit dem Jahr 2013 unterliegen neue Minijobs in Privathaushalte allerdings grundätzlich der Rentenversicherungspflicht. Arbeitnehmer können aber darauf verzichten. Tun sie das nicht, muss der Arbeitgeber wie bisher fünf Prozent des vereinbarten Lohns als Arbeitgeberanteil zur Rentenversicherung entrichten, der Minijobber muss aber zusätzlich 13,9 Prozent aus eigener Tasche zahlen. Das bedeutet: Für den Arbeitgeber ändert sich praktisch nichts – seine Beitragsbelastung bleibt so hoch wie im alten Jahr. Der Arbeitnehmer muss zwar einen Teil seines Gehaltes in die Rentenkasse einzahlen. Dafür erwirbt er aber im Gegenzug auch Rentenansprüche für das Alter.

 

Wer bereits im Jahr 2013 einen Minijob mit bis zu 400 Euro monatlich hatte (dies war damals die Höchstgrenze für einen Minijob, die im Jahre 2013 auf 450 Euro angehoben wurde), genießt Bestandsschutz. Überspringt der Monatsverdienst die alte Grenze von 400 Euro jedoch, gilt neues Recht und das Beschäftigungsverhältnis wird zunächst rentenversicherungspflichtig, der Minijobber muss aktiv werden und darauf verzichten. Also nur solange die Haushaltshilfe im Jahr 2013 nicht mehr als die im Jahr 2012 üblichen 400 Euro monatlich verdient, unterliegt er weiterhin nicht der Rentenversicherungspflicht. Wer freiwillig etwas für die eigene Altersversorgung tun möchte, kann aber auch auf die Befreiung verzichten und 13,9 Prozent seines Gehalts selber in die Rentenkasse einzahlen.
 
Vorteile der Rentenversicherungspflicht für Haushaltshilfen

 

Ob die neue generelle Rentenversicherungspflicht sinnvoll ist, kann man nur individuell beantworten: Für Haushaltshilfen, die bereits im Rentenalter sind oder kurz davor stehen, lohnt sie sich jedenfalls nicht – sie sollten auf diese Möglichkeit verzichten. Für Minijobber, die im Erwerbsleben stehen, kann die Beitragszahlung jedoch viele Vorteile bringen. Zwar bringen die gezahlten Beiträge nur einen geringen Rentenanspruch mit sich. Die gezahlten Monate zählen aber bei der Rente als Beitragszeiten voll mit. Man erfüllt also schneller eine Wartezeit zum Beispiel für eine Erwerbsminderungsrente oder eine Rente für langjährig Versicherte.

 

Durch die Beiträge erwirbt man zudem Ansprüche auf Reha-Maßnahmen. Besonders für Haushaltshilfen mit Kindern zwischen drei und zehn Jahren lohnt sich die Rentenversicherungspflicht – ein 450 Euro-Job zählt bei der Rente dann genau so, als hätte man 675 Euro monatlich verdient. Das steigert die späteren Rentenansprüche. Die neue Rentenversicherungspflicht hat noch einen weiteren Vorteil: Die Minijobber haben damit Anspruch auf Riesterförderung. Man muss nur einen Riestervertrag abschließen und den Mindesteigenbetrag von 60 Euro jährlich einzahlen. Der Staat gibt dann die Grundzulage von 154 Euro sowie Kinderzulagen von 185 Euro (Geburt des Kindes vor 2008) bzw. 300 Euro (Geburt nach 2008) dazu. Es lohnt sich also.

 

 

2. Beschäftigung mit einem Verdienst von (insgesamt) mehr als 450 EUR

 

Hat eine Haushaltshilfe mehrere Minijobs oder verdient sie mehr als durchschnittlich 450 Euro im Monat, wird es für Arbeitgeber komplizierter. Für die Kranken – und Pflegeversicherung müssen die Verdienste der beiden Tätigkeiten zusammengerechnet werden. Es kann sogar sein, dass erstmals Beiträge zur Arbeitslosenversicherung fällig werden, wenn der zusammengerechnete Verdienst die Schallmauer von 450 Euro monatlich übersteigt. Auch das Finanzamt lässt sich nicht mehr mit den ansonsten fälligen zwei Prozent pauschaler Lohnsteuer abspeisen. Beide Arbeitgeber müssen nämlich den Minijob über Lohnsteuerkarte abrechnen und die normale Lohnsteuerbelastung an den Fiskus abführen.

Wichtig daher:

Wer eine Haushaltshilfe anstellen möchte, sollte sie vorher fragen, ob sie bereits einen anderen Nebenjob hat.

 

In einem solchen Fall muss als Arbeitgeber mit deutlich mehr Bürokratie herumschlagen. Die Haushaltshilfe kann nämlich nicht einfach über die Minijob-Zentrale angemeldet werden. Stattdessen muss die Haushaltshilfe vom Arbeitgeber bei der zuständigen Krankenkasse angemeldet werden. Außerdem muss er Sozialversicherungsbeiträge für sie abführen. Dabei tragen Arbeitgeber und Haushaltshilfe diese Beiträge jeweils zur Hälfte. Der Arbeitslohn für die Haushaltshilfe wird individuell nach Lohnsteuerkarte versteuert.Bei der Bundesagentur für Arbeit muss der private Arbeitgeber eine Betriebsnummer für sich beantragen, über welche die Abrechnung erfolgt. Die Betriebsnummer wird auf Antrag vom Betriebsnummern-Service der Bundesagentur für Arbeit in Saarbrücken vergeben (Telefon: 01801 664466). Nähere Informationen sollten Sie im Internet recherchieren oder - soweit vorhanden - Ihren Steuerberater befragen, der oft auch gerne gegen Honorar bei der laufenden Abrechnung hilft.

 

Sonderfall: Midijob

 

Verdient die Haushaltshilfe zwischen 450,01 Euro und 850 Euro, sprechen Fachleute von einem sog. Midijob. Das Gehalt muss dann zwar voll versteuert werden, der Staat fördert die Beschäftigung im Niedriglohnsektor jedoch indem der Arbeitnehmeranteil an den Sozialabgaben nicht in voller Höhe erhoben wird. Im Fachjargon nennt sich das „Gleitzonenregelung“. Bemessungsgrundlage für die Beiträge ist nicht der lohnsteuerpflichtige Arbeitslohn, sondern ein Betrag, der mit einer speziellen Formel erst errechnet werden muss. Ohne fachkundige Hilfe, etwa durch einen Steuerberaterm, verliert man da leicht den Überblick. Zusätzlich verlangt das Finanzamt individuell Lohnsteuern.

 

 

3. Selbstständige Haushaltshilfe, die Ihnen eine Rechnung ausstellt.

 

Wer im eigenen Haushalt eine hilfreiche Hauhaltshilfe auf selbstständiger Basis beschäftigt, spart nicht nur jede Menge Papierkram. Bis zu einer Obergrenze von 20.000 Euro übernimmt das Finanzamt 20 Prozent der Lohnkosten für haushaltsnahe Dienstleistungen. Die Finanzbeamten wollen mit der Einkommensteuererklärung einen Abrechnungsbeleg und einen Überweisungsträger sehen und spendieren dann im Steuerbescheid einen Steuerrabatt von maximal 4.000 Euro pro Jahr. Bei Barzahlungen oder Abrechnung ohne Rechnung geht der Steuervorteil allerdings in beiden Fällen flöten.